Selbst geschrieben!

#Writing Friday – Das Geständnis

Hey Leute,

Auf geht’s zu einer neuen Woche voller Geschichten! Die Aktion wird von Elizzy durchgeführt, die so vor allem zu Kreativität und zum Schreiben animieren möchte. Für diese Woche habe ich mir vorgenommen, eine Kurzgeschichte zu schreiben, aber, wie man schon sehen kann, wieder in Verform. Irgendwie scheint das bei mir gerade im Trend zu liegen… Viel Spaß!

Das Geständnis

Er sitzt und der Kreis um ihn herum
Er schaut und erinnert sich
an die Nacht zuvor
Bei ihm im Kerzenschein.

Dunkelblau
So war die Nacht
eine klare Farbe voll bedacht
doch ungesehen voll Verheißung gemacht.
Sie saß so dort 
warum nur!
musste sie sprechen die vermaledeiten Worte
Sein Abgrund war zu tief
Seine Angst war zu groß
und er hatte nicht springen können.

An das denkt er jetzt
sehend die rosaroten Kissen so anders
so flach, so leer, so festgelegt
ein totes Gelage auf dem Weg
des Geständnisses.

Denn alle sitzen und es wird nun beginnen
reihum redet und redet wer
und die andern
reden nicht
gar nicht
sondern lassen sich in den Worten treiben
lebenslos ohne zu ertrinken
genießerisch in den andern verschwinden.

Und sie alle haben Geschichten 
klein und groß
dick und dünn
vibrant und leblos.
Sie alle kennen ihn
doch erwarten nichts
Sie alle tragen ihn
doch erwarten nichts.
Und ihnen wird er seine Geschichte erzählen.
Heute ist sie sein Geständnis.
Und sie werden fühlen
und sie werden hören 
und sie werden da sein,
aber nicht verstehen.
Denn dunkelblau ist verständnislos.

Ja, sie saß dort diese Nacht
und auch sie nutzte die Worte
die er nicht zu hören gedacht.
Ja, stumm und taub wollte er sein
denn in dem Moment
war er es.
Warum nur,warum?
War dies ein Schickksalsschlag ereilt
oder doch nur der Bläue Grund?
Denn die Nacht war blau gewesen
In seinem Versuch zu vergessen und vergessen zu werden.
Was war geschehen?

Ein Markt der Erinnerung
farbenfroh
Düfte von überall
vertraut und fremd und wieder vertraut.
Und sie war dort gewesen
ja, das war sie.
Sie hatte gelacht und sie hatte geweint
und er war da gewesen
und er hatte gelacht und er hatte geweint
und später konnte er es nicht mehr.

Die Erdnüsse mussten Schuld sein,
das beschloss er so,
denn die Erdnüsse waren 
von Anfang an
verhängnisvoll gewesen.

Auch noch karamellisiert!
Dass er es sich nicht schon vorher gedacht hatte
aber er hatte ja gar nicht gedacht
nein, er hatte nur gelacht und geweint
genau wie sie.
und sie hatten sie gegessen.
Gesalzen vom Leben
und sie waren süß gewesen.
Doch Süße kann niemals bleiben
das hatte er eigentlich schon gewusst.

Doch er vergaß es 
in seinem Dunkelblau,
und so nahmen die Dinge den Lauf
Ach was ein Schlag!
Ach was ein Schmach!
Was war das ein Gefühl gewesen
frei, frei, frei
von allen Sorgen!
und es hatte nicht gehalten
Salz hatte die Süße schon gespalten
in zwei Teile.

Und aus ihrundihm
wurden sie und er
Ein Abgrund dazwischen.
Denn woher sollte er es denn auch wissen
ob er nun die Worte auch hatte?
Ob sie auch wirklich die Worte meinte?
Und er sprang nicht 
über die Mauer zwischen ihnen,
deren Steine sagten "Ich liebe dich".

Sie war zu hoch und zu breit
Und er sah blau, dunkelblau,
das ihn erdrückte und nicht 
leben ließ.
Denn dunkelblau ist verheißend, aber 
nicht zielführend
nicht festgelegt
nur blau,
und unendlich weites Blau
Und so gar nicht rosarot.

Daran denkt er
gefangen auf seinem Stuhl
nicht lauschend
nicht redend
sondern ertrinkend in seinen Gedanken,
die übermächtig und tösend
bestimmen sein Sein
und
sein Nicht-Sein.

Hätte er doch nur etwas getan!
Vertan hatte sich das Blau,
das Dunkelblau, sein Versteck.
Denn nun war alles
ohne Farbe
trist und grau und rosarot.

Rosarot?
Welch verleumderische Farbe
welch grässliche Farbe!
Ach, er konnte es nicht ertragen!
Warum immer noch rosarot?
Ein Schimmer gestern
in seinem Dunkelblau
war auch 
rosarot
gewesen.

Ein hoffnungsvolles Rosarot
das sich angeschlichen und eingenistet hatte
in sein Herz.
Ein festgelegtes Rosarot,
bereit die Mauer zu durchbrechen.

Und war es gestern nur ein Schimmer gewesen
in seinem Dunkelblau
so ist nun schon ein See daraus geworden
und ein Fluss mit Fischen.
Und in der Oberfläche ihrer Tränen spiegelt sich ihr Lachen,
das er nicht mehr hatte ertragen können.

Und der See wächst 
und der Fluss breitet sich aus
und eine rosarote Decke legt sich
behutsam
über sein Dunkelblau.
Und er wird erfüllt von ihm,
dem Gefühl der Hoffnung,
dass es gut gehen kann,
trotz seinem Dunkelblau.

Die Mauer 
mit den Steinen
wird dünn
und niedrig
bis es keine Mauer mehr gibt
und keinen Abgrund
und er braucht nicht zu springen,
denn er weiß,
geliebt hat er sie schon immer.

Und so richtet er sich auf
um sich vorzubereiten
auf sein Geständnis.
Bereit, zu erzählen den anderen
von dem Dunkelblau
und dem Rosarot
und den Mauern und Abgründen,
die keine mehr waren.

Denn sie werden fühlen
Denn sie werden hören
Denn sie werden da sein,
aber nicht verstehen
das Dunkelblau und das Rosarot.
Das ist allein ihrundihm überlassen.

Und er würde sie finden
und sie würde verstehen
wie sie ihn schon vor seinen Worten verstanden hatte,
bis zu dieser verhängnisvollen Nacht.
Und er würde nicht mehr stumm sein
oder taub
sondern Farben sehen
und dunkelblau und rosarot.

Und wie er ansetzt zu gestehen
ist der Kreis vorbei
und keiner sitzt mehr dort
sie sind gegangen
und er ist ertrunken
und hat es nicht bemerkt.

Und die Welt ist nur noch blau,
so dunkel, dass er den See nicht mehr sehen kann
und auch nicht den Fluss und die Fische.
wie soll er es jemals schaffen?
Und noch während er denkt
wechselt die Luft
und ist nicht mehr grau und trist
sondern rosarot 
und die Tür geht auf
und da ist sie.

Und sie setzt sich
neben ihn
und nimmt seine Hand
und er traut sich nicht,
aufzuwachen aus seinem Dunkelblau.
Sie sieht ihn an
sieht in ihn hinein
und er in sie
und da kann er den See wieder deutlich sehen
und den Fluss
und keine Mauer kann ihn aufhalten
als er es sagt:
"Ich liebe dich auch"

Und das Rosarot 
und das Dunkelblau
tanzen in den Schatten
und klären seine Sicht.
Nein, er will nicht mehr vergessen!
Nie wieder
will er sich im endlosen Dunkelblau verlieren
denn es ist nun auch rosarot.

Und er sieht sie sieht ihn an
und nimmt sein Gesicht in ihre Hände
und sein Herz.
Und auch er traut sich nun
und beugt sich vor
und gibt ihr sein Herz
indem er ihr vertraut.

Und bei dem Kuss
voll rosarot und dunkelblau
entsteht eine neue Geschichte
ein neues Geständnis
nicht klein, nicht groß
nicht dick, nicht dünn
nicht vibrant, nicht leblos
sondern einfach
dunkelblau und rosarot.

Sorry, dass die jetzt mal wieder so lang geworden ist (ich habe auch noch eine Kurzgeschichte aus dem Januar, die auch ewig ist, aber die ich irgendwie noch nicht zu Ende schreiben konnte). Ich hoffe euch hat die Geschichte gefallen und freue mich auch mal bei euch vorbei zu schauen! Was haltet ihr von der Geschichte und diesem Stil? Ich habe tatsächlich schon einige Bücher in diesem Format gelesen und fand sie immer sehr eindrucksvoll, da die mehr auf die Emotionen und eher weniger auf die Handlung fokussiert wird.

Liebe Grüße

Lotte

5 Kommentare zu „#Writing Friday – Das Geständnis

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