Selbst geschrieben!

#Writing Friday — Das Fahrrad

Hey Leute,

Ich habe es endlich mal wieder geschafft, ein bisschen kreativ zu sein, nachdem ich in den letzten Wochen so inaktiv war! Das Schreibthema ist zwar schon etwas älter, aber Geschichten können bei mir leider manchmal länger dauern… Trotzdem viel Spaß beim Lesen! Hier ist auch nochmal der Auftrag, falls ihr die Geschichte nicht mehr ganz zuordnen könnt:

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mein Fahrrad ist mein bester Freund, denn…” beginnt.

Das Fahrrad

Mein Fahrrad ist mein bester Freund, denn es hat mir beigebracht zu fliegen. Hoch hinaus, bis das Haus nur noch ein kleiner Punkt ist, nicht mehr, als ein kleiner Käfer, den man ohne weiteres zerquetschen könnte. Von hier oben kann ich dann die Seeluft riechen, ohne dass mir das Salz die Kehle zudrückt. Kein Ozean rinnt dann meine Wangen hinunter; er erstreckt sich vor mir, ein unendliches, weites Blau. Ein Blau, das mich umarmt, willkommen heißt, versteckt. Ein Blau, das nicht nur das Rot meiner Wange verschluckt, sondern auch meine Seele stützt, die schon so lange nicht mehr gehen kann. Ein Blau, dass sich mit dem Blau meines Körpers vereint und es mit sich nimmt, mich reinwäscht. Rein von ihr, von ihrer Hand, die ich schon so oft näher kennenlernen durfte. Das Blau gibt mir mich selbst zurück, wenn ich mich verloren habe in einem unserer Duelle, bei denen ich vollkommen nackt gegen einen Panzer zu kämpfen versuche. Ich verliere jedes Mal. Aber jetzt kann ich fliehen; ich kann dem Panzer so gut es geht aus dem Weg gehen, ohne mich dem Erdboden gleich machen zu lassen. Mein Fahrrad trägt mich zum Blau, das mich atmen lässt, mich weinen lässt, mich tröstet. Es beschwichtigt mich, wenn auch ich Rot sehe, wenn auch ich werde wie meine Mutter. Dann schlage ich fest zu, so dass ich in Stücke zerspringe, denn jeder Schlag trifft mich selbst. Doch das Blau löst meine geballte Faust und flüstert mir zu, dass ich wütend sein darf, dass ich schreien darf, dass ich weinen darf, dass ich trauern darf. Und wenn es ganz besonders schlimm ist, ich nicht gehen kann, nicht die Spuren ihrer Hände und Füße verbergen kann, mein Geist sich in eine dunkle Ecke zurückgezogen hat und ich einfach nur daliege, dann lasse ich mich treiben in dem Blau, werde eins mit den stetigen Wellen, die mich alles Leid vergessen lassen. Und die Weite verspricht mir: „Bald ist es vorbei; bald wird sie nicht mehr jeden Tag auf mich warten und mich mit ihrem Rot beschmutzen.“ Und ich glaube der Stimme, auch wenn sich Zweifel in mein Bewusstsein nagen und ich mich nicht mehr ganz so stark auf das Blau stütze. Denn ich habe Angst vor dem Tag, an dem es raunt: „Lass los und dein Leid wird verschwinden. Für immer.“ Ich werde die Einladung nicht ausschlagen, wenn sie kommt.


Ich hoffe, euch hat die Geschichte gefallen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen, aber trotzdem nicht die Stimmung vermießt. Was habt ihr so für Gedanken? Wie habt ich/hättet ihr die Aufgabe beantwortet? Wie fandet ihr die Geschichte? Ich bin natürlich auch gespannt nochmal zu schauen, was ihr alle so geschrieben habt!

Alles Liebe,

Lotte

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